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Entsorgung

Hinweise zur Fäkalschlammentsorgung

Der Abwasserzweckverband Wyhratal ist für die Abwasserentsorgung seiner Mitgliedsgemeinden zuständig. Zu den Aufgaben der Abwasserbehandlung zählt auch die regelmäßige Entsorgung von Fäkalschlamm aus den Kleinkläranlagen und Gruben auf den Grundstücken.

Kleinkläranlagen gibt es überall dort, wo häusliches Abwasser nicht in einer zentralen Kläranlage aufbereitet wird, also vorwiegend im ländlichen Raum und in entwässerungsseitig nicht voll erschlossenen Randbereichen der Städte. In unserem Verband gibt es gegenwärtig etwa 1.380 Kleinkläranlagen/abflusslose Gruben bzw. 4.150 Kunden, deren Abwässer so gereinigt werden.

Die Reinigungsleistung von Kleinkläranlagen ist ganz wesentlich von zwei Faktoren abhängig:

    • Bauart, Volumen und Geometrie,
    • regelmäßige Fäkalschlammräumung

Anwendung, Bemessung, Ausführung, Betrieb und Wartung von Kleinkläranlagen regelt die DIN 4261. In unserem Verbandsgebiet gibt es überwiegend vor 1990 errichtete 3-Kammer-Ausfaulgruben, die im wesentlichen Kleinkläranlagen nach DIN 4261-Teil 1 entsprechen.

Das Mindestgesamtvolumen für Kleinkläranlagen beträgt nach DIN 4261-Teil 1 unabhängig von der Anzahl der angeschlossenen Einwohner 6 m³. Das Regelwerk rechnet mit einem spezifischen Nutzvolumen von 1,5 m³ pro Einwohner. (Für die vor 1990 errichteten Anlagen nach TGL 7762 galt 1,0 m³ pro Einwohner, jedoch mindestens ein Gesamtvolumen von 4,0 m³.)

Die ohnehin gegenüber vollbiologischen Kleinkläranlagen geringere Reinigungsleistung von 3-Kammer-Ausfaulgruben reduziert sich noch einmal deutlich, wenn der anfallende Fäkalschlamm nicht regelmäßig entsorgt wird. In diesem Fall können Feststoffe nicht mehr ausreichend zurückgehalten werden und gelangen über die Kanäle in die Gewässer. DIN 4261 schreibt eine Fäkalschlammentsorgung nach Bedarf, mindestens jedoch in 2-jährigem Abstand vor. Auch die nach TGL errichteten Anlagen sind lt. dieser Verordnung regelmäßig in diesem Turnus zu entsorgen.

Eine geordnete Fäkalschlammentsorgung und die damit einher gehende gesicherte Reinigungsleistung der Kleinkläranlagen hat also direkte Auswirkung auf die Qualität unserer Gewässer und dient so dem Wohl der Allgemeinheit. Die Abwassereinleitstellen in unserem Verbandsgebiet werden regelmäßig durch den Umweltfachbereich der Landesdirektion Leipzig auf Einhaltung der zulässigen Schadstoffkonzentrationen untersucht. Grenzwertüberschreitungen sind teuer. Ferner sind wir verpflichtet, der Behörde jährlich die ordnungsgemäße Entsorgung von Fäkalschlamm in unserem Verbandsgebiet zu erklären.

Die Fäkalschlammentsorgung für das Verbandsunternehmen führen im Auftrag des AZV derzeit folgende Unternehmen aus:

Rohreinigung Schmelter
Geithainer Straße 4
04643 Frankenhain                             
Tel. 034341/4 30 50      
Fax 034341/4 47 82

Rohr- und Kanalreinigung Andreas Kohl
Am Wilhelmschacht 90
04552 Borna
Tel. 0 34 33/20 12 46
Fax 0 34 33/20 12 48

Die Fäkalschlammentsorgung darf nur durch diese Unternehmen erfolgen! Der entsorgte Fäkalschlamm muss schadlos beseitigt werden. Er wird zu unserer Kläranlage Benndorf transportiert und hier in den Abwasserreinigungskreislauf eingebracht.

Stichwort landwirtschaftliche Entsorgung: In der Vergangenheit wurden neben Gülle und Jauche vereinzelt auch Fäkalschlamm, Fäkalien und Fäkalabwässer auf gärtnerische oder landwirtschaftliche Nutzflächen ausgebracht. Die heutige Gesetzgebung gestattet dies nur noch in Ausnahmefällen. Abwässer aus abflusslosen Gruben dürfen grundsätzlich nicht ausgebracht werden. Grundlage zum Ausbringen von Fäkalschlamm wären positive Bescheide durch das Landwirtschaftsamt und unseren Zweckverband.

Die Entsorgung von Fäkalschlamm ist in § 19 der Abwassersatzung vom 21.6.2006 der Abwassersatzung vom 21.6.2006 geregelt. Die Nichtentleerung einer Grundstückskläranlage innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Fristen der Touren ist eine Ordnungswidrigkeit nach § 55 Abs. 1 der Abwassersatzungder Abwassersatzung und kann ein Bußgeldverfahren nach sich ziehen.